Meldungen aus dem Bezirksverband München
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Kameraden aus München-Laim und Unterhaching am Gardasee

Kranzniederlegung auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Costermano (v.li.): George Jones, Kreisvorsitzender Klaus Käfer, Gerhard Krämer, Peter Grüner. Gisela Pfeifle

Auch in diesem Jahr unternahmen die Kameradschaften aus München-Laim und Unterhaching einen gemeinsamen mehrtägigen Ausflug. Die Fahrt ging dieses Mal nach Italien an den Gardasee. Waren wir noch bei herrlichstem Sonnenschein angereist, hatte der zweite Tag leider nur Regen für uns.

Dieser Stimmung angepasst ging es nach Costermano zum deutschen Soldatenfriedhof mit über 22.000 gefallenen deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Ihnen zu Ehren legten wir den mitgebrachten Kranz, im Namen des Bayerischen Soldatenbundes in der Gedenkhalle nieder. Der Friedhofsverwalter Mauro Agostinetto führte uns fachkundig durch die sehr gepflegte Anlage und wusste uns mit vielen Anekdoten zu dem weitläufigen Gräberfeld, von seinem Engagement für seine Arbeit zu überzeugen.

Den Nachmittag verbrachten wir auf der Halbinsel Sirmione mit seinen kleinen Gassen und der mächtigen Scaligerburg. Am dritten Tag fuhren wir bei halbwegs gutem Wetter zu den Schlachtfeldern von Solferino mit seinen schaurigen Gebeinhäusern. Der „Sardinische Krieg“ im Jahr 1859, zwischen Österreich und dem Königreich Sardinien mit dessen Verbündetem Frankreich unter Napoleon III., ebnete nach dem Sieg der Verbündeten, den Weg zur Einigung Italiens.

Die Grausamkeit dieser blutigen Schlacht und die Leiden der unzähligen Verwundeten führten, angeregt durch Henry Dunant, zur Gründung des Roten Kreuzes und letztlich zur Genfer Konvention von 1863. Von den Schrecken dieses Ortes fuhren wir weiter nach Verona mit seiner eindrucksvollen Arena. Ein Rundgang durch die Altstadt gab uns Einblicke in die Geschichte dieser interessanten Metropole.

Die Rückreise am letzten Tag, begann mit einer Fährfahrt im Sonnenschein quer über den See. In Gordone Riviera besuchten wir den Parco Vittoriale degli Italiani. Ein hochinteressanter und sehenswerter Ort, den sich Gabriele D’Annunzio dort geschaffen hat. Als Schriftsteller, Dichter und Kriegsheld des I. Weltkrieges aber auch mit der Besetzung der Adria-Stadt Fiume (Rijeka), hat er sich einen Namen gemacht. Nach seiner Vertreibung aus der Stadt, eignete er sich in Gardone Riviera eine beschlagnahmte Villa an und schuf sich dort ein Refugium nach seinen Vorstellungen.

Später vermachte er das Gelände dem italienischen Volk. Vom König als Parlamentarier geadelt und seine Nähe zu Benito Mussolini nutzend, ließ er sich dafür vom Staat seinen aufwändigen Lebensstil finanzieren. Der Park und das Herrenhaus zeigen einige geschichtliche Zeugnisse seiner Lebensabschnitte und gipfelt am höchsten Punkt in einem Mausoleum für sich und seine Kriegskameraden.

Text: Klaus Käfer